Tag 1: Von Bilbao nach Burgos
Die ersten Kilometer waren, um ehrlich zu sein, aufwendig und auch ein wenig nervig. Es ging durch die Stadt, links, rechts, hoch und runter. Zweimal habe ich mich verfahren, Autos fuhren dicht vorbei und Busse blockierten den Weg. Irgendwann war ich dann aber auf einem wunderbaren Radweg, der an einem Fluss entlangführte. Es ging immer weiter raus aus der Stadt und dabei auch ein paar Höhenmeter nach oben.
Dann kam das erste Schild, das mir den Weg zu meinem heutigen Ziel zeigte: Burgos! Dort in der Nähe wollte ich heute die 150-Kilometer-Marke knacken. Bis dahin lagen allerdings noch vier größere Anstiege vor mir, wobei der vorletzte es ordentlich in sich hatte.
Erst einmal ging es aber entspannt weiter auf kleinen Radwegen, die ich größtenteils schon von meinen Radtouren hier vor Ort kannte. Zwischendurch gab es immer wieder schöne Stopps, um Wasser aufzufüllen. Irgendwann landete ich dann ein bisschen im Nirgendwo. Nur noch Landstraße, auf der kaum Autos fuhren.
Etwas abseits der Strecke fand ich ein kleines Café. Die Küche öffnete eigentlich erst um 15 Uhr, der Koch machte mir aber trotzdem ein paar Patatas Bravas! Die gaben mir richtig Energie für den Anstieg, der schon den ganzen Tag vor mir lag. Es ging hoch in den Nebel, es wurde kalt und sehr nass. Oben angekommen war … nichts. Nur Nebel. Man konnte kaum weiter als ein paar Meter sehen. Also so schnell wie möglich weiter und runter da!
Nur etwa eine Stunde später kam tatsächlich die Sonne raus! Ab da ging es durchgehend leicht bergab, entlang langer Straßen mit schöner Kulisse. Bei Trespaderne ging es dann am Ebro entlang bis nach Oña und dort hoch auf einen Schotterweg, durch kleine Tunnel und immer weiter geradeaus. Übrigens eine alte Bahntrasse, die einmal den Atlantik mit dem Mittelmeer verbinden sollte, aber nie fertig wurde. Dass dieser Schotterweg so unendlich lang ist, wusste ich vorher gar nicht. Ich glaube, es waren mindestens 40 Kilometer! Er war komplett flach, und man konnte fast immer bis zum Ende schauen. Ab und zu kam mal eine kleine Kurve, und dann ging es wieder endlos weiter. Die letzten Kilometer bis Burgos zogen sich ewig.
In Burgos trifft man übrigens auf den Camino Francés, den bekanntesten Jakobsweg. Am Abend gönnte ich mir dort noch eine Falafeltasche und ein paar Pommes, machte einen kurzen Stopp im Supermarkt und suchte dann einen trockenen Platz für mein Zelt. In Burgos wurde ich nicht fündig, also fuhr ich im Dunkeln weiter bis zum nächsten Ort. Auch dort erst einmal nichts. Ein netter Mann wollte mir helfen und zeigte mir die Pilgerherberge. Dort unterhielt ich mich noch nett mit einem Mitarbeiter. Leider durfte ich trotzdem nicht bleiben, da ich keinen Pilgerpass habe.
Also suchte ich weiter, bis ich neben einem Wohnmobilstellplatz eine große Halle mit einem riesigen Vordach fand, unter dem einiges gelagert wurde. Hier verbringe ich nun die Nacht. Morgen soll es höchstwahrscheinlich den ganzen Tag regnen, so kann ich wenigstens im Trockenen abbauen.
Mal schauen, was der Tag morgen bringt!
🚴 174,06 km
⏱️ 9:28 h Gesamtzeit
⛰️ 1.649 Höhenmeter
⚡ Ø 18,4 km/h
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