Tag 3: Von León nach Cacabelos
Die Nacht war leider nicht so gut. Es wurde sehr, sehr kalt und sehr feucht, sodass ich morgens sogar etwas Eis auf dem Zelt hatte. Da ich ohnehin nicht gut geschlafen hatte, entschied ich mich, bis zum Sonnenaufgang zu warten und erst dann in Ruhe abzubauen. So startete ich erst um 10 Uhr auf dem Fahrrad.
Nach einem kleinen Frühstück ging es weiter durchs flache Land, über kleine Schotterstraßen. Wieder kam ich durch viele kleine Städte und sah schöne Kirchen. Dazu gehörte auch Astorga mit seinem Bischofspalast, den der berühmte Architekt Antoni Gaudí entworfen hat. Mittags hatte ich zwei Tortilla de Patata.
Heute hatte ich eine nette Begegnung mit zwei Radfahrern aus Köln. Die beiden sind seit fast drei Jahren am Camino de Santiago dran und fahren jedes Jahr eine Etappe. Nun fahren sie die letzte. Beide hatten E-Mountainbikes, der Mann sogar einen Anhänger, und sie fahren wirklich den kompletten Camino, auch offroad.
Das Finale des Tages war ein Pass auf 1.500 Metern, auf den ich mich hochgekämpft habe. Weil ich so schlecht geschlafen hatte, fehlte mir unfassbar viel Energie, und es zog sich ewig. Gegen 17:30 Uhr war ich oben. Dort steht das Cruz de Ferro, das „Eisenkreuz“, mit rund 1.500 Metern der höchste Punkt des gesamten Camino Francés. Pilger legen dort traditionell einen Stein ab, den sie von zu Hause mitgebracht haben.
Dann buchte ich mir mein Hostel für die Nacht und bereitete mich auf die Abfahrt vor. 17 Kilometer ging es bergab über kurvige Passstraßen. Der Himmel war blau, und die Sonne neigte sich langsam dem Abend zu. Es war eine sehr schöne Lichtstimmung.
Am Hostel konnte ich mein Fahrrad unter der Treppe parken und hatte einen eigenen kleinen Raum für mich, in dem ich meinen Schlafsack und mein Zelt trocknen konnte. Außerdem wusch ich meine bisher getragene Kleidung und aß einen Teller Tortellini.
Morgen kommt der Tag mit den meisten Höhenmetern. Mal schauen, wie es wird! Es ist spannend, sich mit den anderen Pilgern auszutauschen. Viele sind seit ein paar Wochen unterwegs, für mich sind es erst ein paar Tage. Der Unterschied ist sehr interessant.
🚴 116,91 km
⏱️ 6:35 h Gesamtzeit
⛰️ 1.200 Höhenmeter
⚡ Ø 17,7 km/h
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